
Erstes Projekt
Hilfsgüter für Flüchtlinge in Suruç und Diyarbakir (TR)
Initiiert und organisiert wurde die Hilfskampagne Gemeinsam für Kobanî von Ismael Taisch und Rukan Manaz. Durch die tatkräftige Unterstützung von aktiven HelferInnen und Mit-InitiantInnen wächst‚ Gemeinsam für Kobanî‘ zu einer grossen Kraft heran und ist nun mitten in der Vereinswerdung.
Die Beweggründe der Gründer von Gemeinsam Saye
Ismael Taisch: Mit 14 Jahren musste ich mit meiner Familie fluchtartig unser zu Hause verlassen und an die Grenze Irak/Iran flüchten – das war im Frühling 1991. Wir machten Ähnliches durch, wie heute die Flüchtlinge aus Syrien an der Grenze Syrien/Türkei. Zunächst wurden wir an der Grenze erniedrigt und wir mussten betteln um reinzukommen. Nachdem man uns endlich über die Grenze liess, gingen wir zum Flüchtlingslager. Viele Menschen starben schon auf der Flucht oder verloren auf den Minenfeldern ein Bein. Im Flüchtlingslager landeten viele Hilfsgütern in unregelmäßigen Zeitabständen. Lebensmittel, Medikamente und auch Kleider – es waren alles nützliche Sachen für uns im Flüchtlingslager, denn wir hatten ja nichts von Zuhause mit genommen. Mir war es damals wichtig zu wissen von wo diese Hilfsgüter kamen und ich fragte meinen Onkel danach. Er erklärte, dass diese Sachen von Menschen aus der ganzen Welt geschickt wurden. Ich kann mich heute noch ganz gut an eine grüne Jacke erinnern, über die ich mich sehr gefreut hatte und in dessen Tasche ein 10 Dollar-Schein war. Doch damit ich und andere Kinder in solchen Flüchtlingslagern Freude haben konnten, mussten anderen Menschen, die es besser hatten, was dafür tun. Heute lebe ich in der Schweiz und habe die Möglichkeit was für die heutigen Kinder in Flüchtlingslagern zu tun.
Rukan Manaz: Meine Eltern hatten sich Anfang der 90er Jahre, dazu entschlossen auszuwandern, weil sie als alevitische Kurden Mitglieder eines unterdrückten Volkes waren und Angst um die Zukunft ihrer Kinder hatten. Ich war 6 Jahre alt, als wir in die Schweiz ausgewandert sind. Mit 12 Jahren konnten wir nach langer Zeit das Erste mal in unsere Heimat reisen. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie meine Mutter uns bereits Wochen zuvor immer wieder erklärte, dass wir in der Türkei auf keinen Fall kurdisch sprechen dürfen. Damals verstand ich das nicht. Schon als Kind konnte ich sehen, wie Menschen in anderen Teilen der Welt leben. Ich wuchs daher in der Schweiz stets mit dem Bewusstsein auf, dass gewisse Dinge die selbstverständlich erscheinen – wie die Freiheit die eigene Muttersprache zu sprechen, seine Meinung zu äussern und andere grundlegende Menschenrechte – nicht überall so selbstverständlich sind. Ich hatte es mir daher zum Ziel gesetzt, etwas für Menschen auf dieser Welt zu tun, die weniger Glück haben und für Menschen die aufgrund eines Krieges leiden müssen. Die menschliche Krise in Kobanî hat viele Menschen in die Flucht getrieben.
Wie wir vorgegangen sind
1 Phase
In einer ersten Phase werden mit Fundraising Aktivitäten (Brunch, Verkaufsstand, Theatervorstellung, Photo-Ausstellungen etc.) Spenden gesammelt. Dabei versuchen wir stets diese auch als Informationsaustausch-plattformen mit Spendern und Interessierten zu nutzen.
2 Phase
Es reisen 1 bis 2 Mitglieder unseres Teams in die Südosttürkei (Maraş), wo einer unserer Partner, eine Menschen-rechts-organisation in der Türkei (Insan Haklari Dernegi, IHD), seinen Sitz hat. Mit Unterstützung der IHD werden mit den gesammelten Spenden Hilfsgüter eingekauft. Diese werden von unserem Team, nach Möglichkeit auch in Begleitung eines Vorstandsmitglieds des IHD, zu den Flüchtlingslagern in Suruç gebracht.
3 Phase
Die dritte Phase besteht aus der Hilfsgüterverteilung in den Flüchtlingslagern selbst: Dabei packt unser Team in allen möglichen Bereichen mit an (Aufbau von Zelten, Verteilung von Hilfsgütern, Gespräche mit Betroffenen etc).
4 Phase
Zurück in der Schweiz wird stets eine Follow-up Veranstaltung organisiert. Hier werden Spender und Interessierte über unsere Hilfsaktion informiert, erhalten Erfahrungsberichte und haben die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

Reisebericht: Cedrics Tagebuch aus Suruç
Am 20. November 2014 reisten Ismael und Cedric gemeinsam nach Suruc, um sich einen Eindruck über die medizinische Lage vor Ort zu machen und abzuklären, welche Medikamente in welchen Flüchtlingslagern am dringendsten nötig sind. Über diese außergewöhnliche Reise hat Cedric ein sehr spannendes Tagebuch geführt und seine Eindrücke fotografisch festgehalten.
Eindrücke aus dem Flüchtlingslager Suruc


Dr. Med. Monika Müllers Erfahrungbericht aus Suruç
Unsere Vorstandsmitglieder Ismael Taisch und Rukan Manaz, welche Hilfsgüter für die kurdischen Flüchtlinge organisiert hatten, besuchten im Februar 2015 während 10 Tagen die Flüchtlingslager in der türkisch-syrischen Grenzstadt Suruç. Die Vereinspräsidentin des ehrenamtlichen Vereins delta, Monika Müller, begleitete die beiden dabei. Vor Ort haben sie sich einen Überblick über die aktuelle Gesundheitsversorgung der Flüchtlinge verschafft.
Im Folgenden finden Sie Monika Müllers Erfahrungsbericht, den sie uns zur Verfügung gestellt hat.
Fotoreportage unserer 3. Hilfsgüteraktion für jesidische Flüchtlinge aus Shingal
Durch unsere Partnerorganisation IHD haben wir jedoch erfahren, dass es in Diyarbakir (Amed) ein weiteres Flüchtlingslager mit mehreren Tausend Flüchtlingen gibt, wobei deren Grundbedürfnisse wie Nahrungsmittel, Heizkörper etc. nicht gedeckt sind. Ismael hat sich schließlich ohne Zögern auf den Weg dorthin gemacht.

Aktionen und Veranstaltungen zum ersten Projekt
«Gemeinsam für Kobanî»








« Ich will heute etwas tun, weil ich es kann.»
Dieses Motto begleitet den Verein seit der Gründung.

Nächster Brunch im Café Kairo
Immer am letzten Sonntag im Monat von 11-14 Uhr bieten wir im Café Kairo unseren Brunch an.
Bitte im Voraus Reservieren mit einem Mail an: info@gemeinsamsaye.ch
Oder direkt im Café Kairo reservieren: cafe-kairo.ch/infos
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Spendenkonto Verein Gemeinsam Saye:
Kontonummer: 61-13276-9
IBAN: CH86 0900 0000 6101 3276 9
